Walter FRENKEL

1904 - 1945 | Naissance: | Arrestation: | Résidence: ,

Biographie de Walter FRENKEL

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Für unsere deutschsprachigen Leser: Die Biografie ist unterhalb der französischen Version auch auf deutsch verfügbar.

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Extrait de la biographie réalisée par l’AFMD (Amis de la Fondation pour la Mémoire de la Déportation de l’Allier):

est né le 24 février 1904 à Vienne (Autriche). Il est le fils de Max et de Clothilde née FRUCHTER.En décembre 1932 il quitte Vienne définitivement pour aller à Milan (Italie) diriger la succursale d’une usine qui fabrique des vêtements de pluie. Le 30 mai 1935 il y épouse une danseuse non juive, Maria Margherita SCHINDLER surnommée Grete. Ils ont un fils George surnommé Jojo.

Suite à la promulgation de lois antisémites dont un préavis de 6 mois au Juifs étrangers pour quitter le territoire italien, il part de Milan avec son épouse et son fils et vient s’installer à Néris-les-Bains (03) le 17 décembre 1938. Etant asthmatique selon la famille, il est possible qu’il ait choisi Néris-les-Bains pour s’y soigner. Ils résident d’abord à la Villa Amélie, puis la Villa Jeanine située dans la rue Gergovia […]

Lire l’intégralité de la biographie sur le site de l'AFMD

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Biografie von Walter FRENKEL

1904-1945 I Geburt: WIEN I Festnahme: NERIS-LES-BAINS I Residence: MAILAND, NERIS-LES-BAINS

Foto von Walter Frenkel aus 1942. Quelle: Familien Archive

Walter Frenkel wurde am 2. Februar 1904 in Wien, Österreich, geboren. Er war der Sohn von Max FRENKEL und Clothilde geborene FRUCHTER.

Im Dezember 1932, verließ er Wien endgültig/ für immer, um nach Mailand, Italien, zu gehen, wo er eine Tochtergesellschaft einer Fabrik für Regenwaren/ einer rainware Fabrik leiten sollte.
Am 30. Mai 1935 heiratete er dort die nichtjüdische Tänzerin Maria Margherita SCHINDLER mit dem Spitznamen Grete. Sie bekamen einen Sohn namens Georges, der Jojo genannt wurde.

Gemäß den antisemitischen Gesetzen, die in Italien erlassen wurden, bekamen ausländische Juden sechs Monate Zeit, um aus dem italienischen Territorium zu verschwinden. Er verließ also Mailand mit seiner Frau und seinem Sohn und lies sich Néris-les-Bains (Departement Allier)  am 17. Dezember 1938 nieder. Da er seiner Familie zufolge Asthmatiker war, entschied er sich vielleicht für Néris-les-Bains, um sich dort behandeln zu lassen. Sie lebten zunächst in der Wohnsiedlung der Villa Amélie, dann in der Villa Jeanine, in der Rue Gergovia.

Foto oben von Walter aus dem Jahr 1928. Quelle: Familien Archive.

Er wurde am 29. Juli 1940 auf Grund seiner ehemaligen österreichischen und daher nunmehr deutschen Staatsbürgerschaft verhaftet und im Lager Frémont in Vallon-en-Sully (Departement Allier) interniert.

Ihm wurde nie der Grund genannt, aber anscheinend hatte die französische Regierung befürchtet, dass deutsche Agenten der fünften Kolonne sich unter den Flüchtlingen eingeschlichen hatten. Der Leiter des Lagers war ein Soldat, Reserve Leutnant NOBLET, mit einer Truppenkommando in seiner Befehlsgewalt. Mehr als 480 Menschen wurden dort festgehalten.

Er wurde am 8. August 1940 freigelassen, nachdem er ein Papier unterzeichnet hatte, in dem er erklärte „keine Ansprüche oder Beschwerden erheben zu werden.“

(Quelle des untenstehenden Dokuments: Abteilungsarchiv der Allier-Abteilung Mcc2)

Walter Frenkel wurde in Néris-les-Bains als ausländischer Jude im Rahmen des antisemitischen Gesetzes des französischen Staats von 1. Juni 1941 aufgeführt.

(Quelle des untenstehenden Dokuments: Abteilungsarchiv der Allier-Abteilung 756 W 1)

Am 20. Mai 1942 wurde in einem ministeriellen Rundschreiben verboten, dass „sich Juden oder Ausländer in den Departements Allier und Puy-de-Dôme niederlassen/aufhalten.“

Am 7. Oktober 1942 wurde er Gegenstand des von der Präfektur erlassene Räumungsbefehls Nummer 949, der ihm den Aufenthalt in den Departements Allier und Puy-de-Dôme zu nahe an Vichy, dem Sitz von PETAINs antisemitischer Regierung (Vichy-Regime), verbot.

Sein Name steht nicht auf der Liste, die erstellt wurde, um die Anwendung der Gesetze vom 9. November 1942 (Verbot für einen Ausladnischen Juden die Gemeinschaft/Gemeinde, in der er lebt zu verlassen) und 11. Dezember 1942 („Jude“ in den Personalausweis gestempelt) nachzuverfolgen.
Der Grund dafür ist zweifellos, dass er seine Frau, seinen Sohn und er selbst zu Protestanten konvertierten/ sich zu Protestanten erklärt haben.

Walter FRENKEL muss einen Antrag auf Verzögerung der Ausführung des Rückführungsbefehls  Nummer 949 gestellt haben, denn am 11. März 1943 schrieb der Polizeichef von Montluçon eine persönliche Mitteilung Walter FRENKEL betreffend. Der Kommissar schloss seine Ermittlungen mit der Stellungnahme, dass  „die betreffende Person, weder Arbeit noch ein anderen Grund hat, der den ihren Aufenthalt in Néris-les-Bains rechtfertigen würde und daher der sie betreffende Räumungsbefehl beibehalten werden soll.

Gab es eine Verzögerung beim Räumungsbefehl? Verließ er das Departement Allier, um sich aus dem Staub zu machen und dann spätere zurückzukommen? Tatsache ist, dass er am 30. Mai 1944 in Néris-les-Bains verhaftet und erst in Montluçon, dann im deutschen Militärgefängnis Mal Coiffée in Loulins (Departement Allier) interniert wurde.

Am 15. Juli 1944 wurde er von Moulins nach Drancy verlegt und dann mit 1300 anderen zusammen im Konvoi 77 am 31. Juli nach Auschwitz deportiert.

Im „Mémorial de la Déportation des Juifs de France“, schreibt Serge Klarsfeld über den Konvoi 77: „Die Anzahl der Deportierten betrug 1300. Dieser 77. Konvoi brachte mehr als 300 Kinder unter 18 Jahren in die Gaskammern von Auschwitz. 291 Männer wurden selektiert. Sie trugen die Identifikationsnummern von B 3673 bis B 3963? Das gleiche galt für 283 Frauen (A 16457 bis A 16739). Im Jahr 1945 gab es 209 Überlebende, von denen 141 Frauen waren.“

Er (Frenkel) sollte für den Arbeitseinsatz selektiert werden und ihm wurde die Nummer B 3760 auf seinen Oberarm tätowiert. Dann wurde er jedoch in das Konzentrationslager Stutthof verlegt.

Das Konzentrationslager Stutthof lag in Ostpreußen auf sumpfigem Boden 36 Kilometer östlich von Danzig, auf drei Kilometer über dem Meeressiegel der Ostsee. Menschen mit vielen verschiedenen Nationalitäten wurde hier festgehalten.

Jüdische Deportierte kamen erst später, insbesondere 1944, in großer Zahl an, und ab Juli machten sie 70% der Häftlinge aus.

Die Typhusepidemie, die im Winter 1944-1955 ausbrach, führte sowohl wie die Evakuation des Lagers am 25. Januar 1945 beim Vormarsch der Roten Armee, zu einer hohen Sterblichkeitsrate.

Quelle: Gedenkbuch der Stiftung zum Gedenken an die Deportation

Er wurde aus dem Lager Strutthof evakuiert und in das Echterdingen Kommando verlegt, welches Teil des Natzweiler Konzentrationslagers war.

Echtdingen: Dieses Lager, genannt „Echtdingen-Bernhausen“, lag am Rand des Stuttgarter Flugplatzes und existierte/ bestand nur von November 1944 bis Januar 1945. Sie wurden als Arbeiter eingesetzt/ zu Arbeitern degradiert, die die von Bomben zerstörte Landebahn, reparieren mussten und unter der Leitung der Todt Organisation standen. Das Lager nahm insgesamt 600 Jüdische Gefangene des Stutthof Lagers in der Nähe von Danzig auf.

Die anstrengenden Erdarbeiten (Aushub für unterirdische Flugzeughangars, Steinbruch) forderte das Leben von 119 von ihnen.

Quelle: Le Patriote résistant, ein Monat, der vom FNDIRP N° 848 Dezember 2010 herausgegeben wird.

Er erhielt die Identifikationsnummer 43021. Am 21. Januar 1945 wurde er zum Ohrdruf Kommando verlegt.

Ohrdruf: Ein Kommando des Konzentrationslagers Buchenwald. Es Wurde am 6. November 1944 von der SS administrativ/ verwaltungstechnisch eingerichtet und lag 70 Kilometer südwestlich von Weimar in Thüringen. Der Ohrdruf-Komplex umfasste fünf Kommandos auf einem riesigen Militärgelände. Ab August 1944 wurden die Häftlinge mit dem Erdbau/ Grabarbeit/ Erdarbeiten beauftragt, unter anderem für einen unterirdischen Bunker für den Generalstab der deutschen Armee, einen Tresor für die Goldreserven der Bank des Deutschen Reiches und für eine Abschussbasis/Abschussrampe für geheime Waffen; Insgesamt gab es mehr 20. 000 von ihnen. Mehr als 10. 000 wurden nach Buchenwald evakuiert.

Quelle: Gedenkbuch der Stiftung zum Gedenken an die Deportation.

Nach Nachforschungen des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen, Deutschland für die Familie, wurde er danach in das Konzentrationslager Dachau verlegt, wo er im Marz 1945 an Typhus auf der Krankenstation starb.

In der 94. Ausgabe des Journal Officiel vom April 2013, wird angegeben, er sei „gestorben bei der Deportation“ am 5. August 1944 in Auschwitz (Polen).

Sein Name ist auf der Tafel für diejenigen, die in Néris-les-Bains „bei der Deportation starben“.

Unten ist ein Bild der Tafel auf dem Kriegsgedenkstätte in Néris-les-Bains, was durch die Recherchearbeit der AFMD des Departement Allier ermöglicht wurde. Sie wurde am 8. Mai 2008 von (Monsieur) Jean-Calude DE PIN, dem Bürgermeister von Néris-les-Bains, (Madame) Maud LORCH und (Madame) Colette BOURGUIGNON, Vizepräsidentin der Abteilung Montluçon Commentry des FNDIRP, eingeweiht. Wir danken der Gemeinde von Néris-les-Bains für ihr Engagement im  Gedenken an die Deportation.

Foto von AFMD des Departement Allier

 

Quellen:

Archiv der Allier-Abteilung 1864 W1, 756 W 1, 996 W 15.3, 996 W 208.03, 740 W 3, 1289 W 11.2, 996 W 123.02, 996 W 194.01, Mcc2,

– Familienarchiv

– Zeitgenössisches jüdisches Dokumentationszentrum

– Klarsfeld, Serge: Liste der Versetzungen nach Drancy am 15. Juli 1944

– Klarsfeld, Serge:  Denkmal für die aus Frankreich deportierten Juden: 1942-1944 1978

– MemorialGenWeb Internetauftritt

– Yadvashem.org Erfahrungsbericht

Unser Dank und unsere Anerkennung gehen an Thomas Fischer Weiss für seine Biografie über Walter Frenkel, Le destin de Walter Frenkel

 

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